Geschichte

Von der Gründung bis Heute

 1. Die Gründungsjahre

Der TC Ernsthofen wurde im Jahr 1972 ins Leben gerufen und ins Vereinsregister eingetragen. Die Idee, in Ernsthofen einen Tennisverein zu gründen, gab es schon länger, jedoch hatten die Gründer Schwierigkeiten, ein passendes Gelände zu finden. Claus Klenk, damals  einer der Gründungsmitglieder erinnert sich noch genau daran, wie er zu einem ihm bekannten Personenkreis stieß, der sich in einem Gasthaus versammelt hatte und ob dem nicht vorhandenen Gelände frustriert verweilte. Halb im Spaß sagte er zu ihnen, an einem Gelände solle es nicht scheitern – und  bot  ihnen sogleich sein Grundstück an um dort einen Tennisplatz zu errichten. So geschah es dann auch. Das TCE- Vereinsgelände der ersten Jahre entstand also auf Claus Klenks großzügigen Privatgrundstück, gelegen an der Waldeinfahrt zwischen Ernsthofen und Hoxhol.

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Gespielt wurde zu Beginn auf einem einzigen Hartplatz, obzwar zum Mitgliederkreis rund um die Entstehungszeit immerhin 40-50 Personen zählten. Viele davon waren untereinander befreundet, zum ersten Präsidenten wählten sie Georg Körbler, Robert Huth wurde Sportwart und damit zuständig für den Sportlichen Bereich. Einen Jugendbereich oder angeleiteten Trainingsbetrieb gab es damals nicht, nichtsdestotrotz war aber immer viel Leben auf der Anlage. „Wir spielten ständig“ erinnert sich Claus Klenk und beschreibt die Gründungsjahre als „sehr gesellige Zeiten“. Immerhin; eine Medenmannschaft im Herrenbereich gab es. Das erste Spiel des TC Ernsthofen ging mit einem 0:9 in Georgenhausen in die Geschichtsbücher unseres Vereins ein.

 

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In dieser Zeit entstand aber auch eine Tradition, der sich unser Verein bis heute verpflichtet fühlt und für die er regional bekannt ist: Die gute Bewirtung bei Heimspielen. Wie bereits erwähnt, hatte der TCE nur einen Tennisplatz. Jeder, der schon einmal bei einem Heimspiel unserer Herrenmannschaft, ausgetragen auf 2 Plätzen, dabei war, kann sich vorstellen, wie sich die Spieltage damals  hinziehen konnten. „Das konnte schon mal bis 23 Uhr dauern“. Für die Gegner war das natürlich eine ungewohnte Situation, die unsere Mannschaft mit einer familiären Bewirtung entschädigte. Der TCE lebte damit eine neue Sitte vor und trug dazu bei, dass heute jeder Medenspieltag in der Tennislandschaft mit einem gemeinsamen Essen beschlossen wird. 1976 wurde Claus Klenk zum ersten Trainer im TC Ernsthofen und prägte eine 7 Jahre andauernde Ära, in der bis zu 30 Kinder in sein Training kamen. Die Trainingszeiten waren im Sommer und im Winter in der Halle in Ernsthofen  Freitags von 14 – 18 Uhr und Samstags von 9-13 Uhr –  ganz wie heute auch.

Das besondere aber: Der Trainer wohnte direkt nebenan! Die Kinder spielten, die Eltern saßen zusammen auf der Terasse und tranken Kaffee. Man kann sich die Idylle vorstellen und wenn man Claus Klenk zuhört, wie er von dieser Zeit erzählt, werden die einlaminierten Bilder, die der begeisterte Fotograf als Zeitzeugen gerne vorführt, auf einmal lebendig und man beginnt zu begreifen, wie viel Intensität und Freundschaft in jener Zeit steckten.

[1] Schon früher war dieses Grundstück ein wahrer Gründerboden, denn 1881 erbaute dort die Spielwarenfirma David Faix & Söhne ihre erste Spielwarenfabrik und  1889 gründete Eduard Murjahn dort die “Deutschen Amphibolinwerke“ (heute Caparol in Ober-Ramstadt).

 2. Die Hoch – Zeit des Tennissports

Die 1980er Jahre waren in Tennisdeutschland geprägt von den Erfolgen von Boris Becker, der 1985 als jüngster Spieler aller Zeiten Wimbledon gewann und Steffi Graf, die ab 1987 über 100 Titel sammelte, darunter unglaubliche 22 Grand-Slam-Titel. Mit diesen Symbolfiguren an der Spitze entstand ein wahrer Tennisboom in Deutschland , die Zahl der Tennisvereine kletterte von 6100 in 1980 auf 9176 in 1990 und der Deutsche Tennisverband wurde zum größten Tennisverband der Welt.

Auch dem TC Ernsthofen bescherte diese Zeit eine Welle an neuen Mitgliedern und damit eine neue Ära. Die Mitgliederzahlen explodierten und kletterten bis auf 180 Personen! Der TCE bekam von der Gemeinde Land zugesprochen und zog neben die Modautalschule in Ernsthofen. Klaus Klenk erinnert sich noch gut an die Mixed-Turniere, zu denen der TCE in diesen Jahren auch andere Vereine einlud und von denen die Gewinner auch mal mit einem nagelneuen Fernseher nach Hause gingen.

Die Vereinsanlage wurde mit Unterstützung professioneller Maschinen der Firma Klenk in Eigenregie gebaut.  Dabei war immer wieder die Kreativität der Helfer gefragt. Unsere Hütte beispielsweise stand ursprünglich auf einem Messegelände,  wurde gebraucht erworben und erweitert. Auch die hohen Pfosten, die unseren Zaun tragen, wurden von der HEAG übernommen und umfunktioniert. Einstmals dienten sie zum Schutz von Stromkabeln, als diese noch überirdisch geführt wurden. Auch der Brunnen in der Mitte unserer Tennisplätze ist eine ausgetüftelte Eigenkonstruktion um an Wasser für die Bewässerung zu gelangen. Zudem schmückten damals 2 Schiedsrichterstühle unser Gelände, die leider einem Vandalismusvorfall zum Opfer fielen. Ursprünglich waren sogar noch 2 weitere Plätze von der Gemeinde bewilligt worden, die auf der Wiese neben der Ballwand gebaut werden sollten. Doch  diese Pläne fanden nie konkrete Anwendung und wurden Mitte der 1990er Jahre endgültig verworfen.

 3. Die Blase platzt

Die 1980er Jahre waren die Hoch – Zeit des TCE und doch gleichzeitig ein Wendepunkt. In den 1990er Jahren waren die goldenen Zeiten des Tennissports in Deutschland wieder vorüber. Die Symbolfiguren Graf und Becker traten allmählich ab und das Image als elitäre, arrogante Sportart haftete sich an den Tennissport und ließ ihn nicht mehr los, obzwar der Golfsport zunehmend die oberen Zehntausend für sich reklamierte. Auch im TCE veränderten sich die Strukturen. Das Miteinander im Verein konnte nicht mit der rasanten Mitgliederentwicklung Schritt halten und so gelang es nicht, das Prinzip der Dorffamilie auf alle neuen Mitglieder zu übertragen. Und so ging es  von da an steil abwärts mit unserem Verein, der  wieder auf ein Drittel des damaligen Höchststandes zerfiel. Warum es mit dem TC Ernsthofen in diesen Jahren so bergab ging, ist nicht genau geklärt. Am damaligen Trainer Uwe Klenk lag es jedenfalls nicht. Er war zu dieser Zeit unser engagierter und durch seine hochklassige Spielzeit beim TC Seeheim auch mit spielerischer Qualität ausgestatteter Trainer, der  das Spielniveau im Verein bis heute geprägt hat.

 4. Neuanfang

Im Jahr 2008 hatte der TCE nur noch 65 Mitglieder und außer einer spielstarken Herrenmannschaft, angeführt von einem überragenden Alexander Kringel, war kaum etwas übrig, vor allem kein engagierter Nachwuchs. Erste Gespräche über die Existenz unseres Vereins fanden statt und das Gespenst der Vereinsauflösung machte die Runde. Doch dazu kam es nicht.

In den letzten Jahren nämlich erlebte der TC Ernsthofen eine nicht für möglich gehaltene Renaissance. Der Vorstand wurde verjüngt, mit Philipp Putz als Sportwart, Marcel Tischer als Jugendwart und Jan Hüther als Trainer übernahmen 3 unter 20jährige Verantwortung im Verein. Unter der Präsidentschaft von Klaus und Gerda König wurde entgegen dem Trend im Tennissport durch intensive Nachwuchsarbeit innerhalb weniger Jahre der Mitgliederstand fast verdoppelt, die Jugendabteilung ist mit 60 Kindern zu einer der größten in der Region geworden. Kaum ein Dorfverein hat ähnlich gute Zukunftsaussichten und eine vergleichbare Mitgliederentwicklung. Dennoch lehrt uns der Lauf unserer Vereinsgeschichte Bescheidenheit und Dankbarkeit für den Moment, denn bei allem Streben nach alter Größe muss es immer unser Ziel bleiben, unserem Selbstverständnis treu zu bleiben. Dem Selbstverständnis eines familiären Vereins, dessen Mitglieder einander schätzen und für einander einstehen.

Damit unser Verein wieder endgültig zu dem wird,als was er gegründet wurde: Ein großer Freundeskreis


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In der Fotogalerie finden Sie auch Bilder unserer jüngeren Geschichte…

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