Der Tennisschläger

Der Balancepunkt

Der Balancepunkt (in mm angegeben) sagt aus, wie die Gewichtsverteilung des Schlägers ist.

Unter Tennisspielern spricht man von einem Kopf- bzw. Grifflastigen Schläger! Gemessen wird hier vom Griffende – Richtung Schläger-Herz.

Als Beispiel:

Die meisten Erwachsenen-Schläger sind heutzutage zw. 68cm und 69cm lang.

Ein Schläger mit einer Balance von 305 (mm) ist also bei 30,5 cm von möglichen 68 cm ausgewogen.

Somit sitzt das Gewicht sehr weit hinten (also im Griff). Hier sprechen wir somit von einem „grifflastigen Schläger“

Ein Schläger mit einer Balance von 338 ist also bei 33,8 cm von möglichen 68cm ausgewogen.

Somit sitzt das Gewicht weiter vorn (also am Kopf). Somit sprechen wir hier von einem „kopflastigen Schläger“

Das Saitenbild

Unter dem Saitenbild eines Schlägers versteht man, wie viel Längs- und wie viel Quersaiten ein Schlägerkopf hat.

Zuerst werden die Längs, dann die Quersaiten genannt.

Die gängigsten Saitenbilder sind 16×18 oder 18×20.

Oftmals bieten die Schlägerhersteller ein und den gleichen Schläger mit diesen beiden Varianten an.

Der Unterschied ist einfach – umso „offener“ das Saitenbild, umso besser kann der Ball von der Saite „gegriffen“ werden.

Offene Saitenbilder sind also besonders bei Spielern, die viel mit Spin spielen geeignet.

Ein engeres Saitenbild verspricht weniger Spineigenschaften, dafür aber eine höhere Kontrolle!

Die Schlagfläche

Tennisschläger werden in unterschiedlichen Kopfgrößen ausgeliefert. Sie werden häufig in vier Klassen eingeteilt:

  • Midsize (< 97 sq inch / 625 cm²)
  • Midplus (98–105 sq inch / 630–675 cm²)
  • Oversize (106–115 sq inch / 680–740 cm²)
  • Super Oversize (> 116 sq inch / 750 cm²)

Profispieler verwenden meistens Schläger mit kleineren Kopfgrößen, da mit ihnen eine bessere Ballkontrolle zu erreichen ist. Schläger mit sehr großer Fläche haben meistens viel Kraft, ideal für ungeübte Spieler, die ihre Schlagkraft nicht aus einer langen Ausholbewegung ziehen können.

Für die Spieleigenschaften ist die Bespannungshärte ein entscheidender Faktor.

Meistens variiert die Empfehlung der Hersteller dafür von 23 bis 30 kg.

Dabei werden Längssaiten manchmal härter bespannt als Quersaiten. Grundsätzlich gilt: Je härter der Schläger bespannt ist, desto mehr Ballkontrolle und desto weniger Kraft hat man im Schlag.

Griffstärke

Es gibt sieben verschiedene Griffstärken, die den Umfang des Griffes darstellen:

Griffstärke Umfang
L 1 105 mm = 4 1/8 Inches
L 2 108 mm = 4 1/4 Inches
L 3 111 mm = 4 3/8 Inches
L 4 114 mm = 4 1/2 Inches
L 5 118 mm = 4 5/8 Inches
L 6 121 mm = 4 3/4 Inches
L 7 124 mm = 4 7/8 Inches

 Der „perfekte“ Schläger

Wir beginnen mit dem Schlägergewicht

Aktuelle Schlägermodelle gibt es von 149 – 339 Gramm.

Ich würde anhand der Gewichte wie folgt unterteilen:

Juniorschläger: bis 250 Gramm

Damenschläger: bis 290 Gramm

Herrenschläger: über 290 Gramm

Natürlich gibt es auch Damen die schwerer und Herren, die leichter spielen!

Aber warum nun schwerer oder leichter:

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Ihr bei viel Power und wenig Topspin mit einem leichten Schläger Schwierigkeiten bekommt, den Ball zu kontrollieren. Also viel hinten raus donnern werdet! Das fällt mit einem schweren Schläger leichter.

Aber leider auch aus eigener Erfahrung kann ich Euch sagen, dass man mit einem schweren Schläger Armprobleme bekommen kann, nicht muss!

Der leichte Schläger bietet Euch meiner Erfahrung nach mehr Power, der schwere mehr Kontrolle! Könnt Ihr also selbst keine Power erzeugen, probiert erst mal ein leichteres Modell, könnt Ihr selbst genug Power geben, geht auf ein schwereres Racket.

Voraussetzung ist natürlich, dass Ihr keine Armprobleme bekommt.

Probiert verschiedene Gewichte aus und schaut selbst, was Euch am besten liegt!

 

Kopfgröße

Generell kann man sagen, dass ein kleiner Kopf präziser und ein großer Kopf mehr streut! Hier muss man nun abwägen, an welcher Kopfgröße man sich probiert.

Als Beispiel: 

Wenn wir nun mit dem Federer Schläger (580er Kopf) den Ball genau mittig treffen, fliegt der Ball genau da hin, wo wir ihn haben wollen. Machen wir das mit einem 690er Kopf, ist eine gewisse Streuung da!

Das Problem ist natürlich beim „Nicht-Profi“ wie oft treffen wir den Ball perfekt?!

Wenn man bei jedem fünften Matchpunkt den Ball unsauber trifft und ihn verschießt, dafür aber die anderen 4 Bälle so gut trifft, dass es Euer Punkt ist, ist die Entscheidung einfach!

Ist das aber nicht so, ist ein solch kleiner Kopf nicht zu empfehlen.

Hier ein kleiner Überblick:

Kopfgröße Kontrolle Power Armschonung
klein mehr weniger weniger
groß weniger mehr mehr

Ihr müsst also den für Euch besten Mittelweg finden. Es bringt nichts zu denken, man hat den Anspruch den Ball immer perfekt treffen zu wollen und dann möchte man das beste Ergebnis und deshalb nimmt man den kleinstmöglichen Kopf. Man muss sich ehrlich eingestehen, was passiert, wenn man einen Gegner hat, der einen selbst unter Druck setzt und ob man hier nun noch fähig ist eine hohe Quote an Bällen perfekt zu treffen.

Der kleine Kopf verzeiht nun mal nicht den kleinsten Fehler.

Lieber dann einen etwas größeren Kopf wählen, damit man immer noch eine sehr gute Kontrolle und dann auch mehr Armschonung und Power hat.

Der Balancepunkt

Der Balancepunkt sagt einfach nur aus, wie die Gewichtsverteilung beim Schläger ist, sprich ob er Kopf- oder Grifflastig ist.

Als Beispiel mein derzeitiges Modell:

HEAD YouTek IG Speed MP 315

Er ist 68,5 cm (685mm) lang und hat den Balancepunkt 310mm. Man misst also vom Griffende Richtung Schlägerkopf und bei 310mm ist der Schläger ausgewogen.

Man kann ich bei einer Gesamtlänge von 685mm nun gut ausrechnen, dass der Schläger bei 342,5mm exakt in der Mitte ausgewochen wäre. Umso höher also der Balancepunkt, umso Kopflastiger der Schläger. Umso niedriger, umso Grifflastiger ist der Schläger.

Ein Kopflastiger Schläger zieht gut und gibt dementsprechend viel Power. Er ist aber auch nicht so Armschonend wie ein Grifflastiger Schläger. Beim Grifflastigen Schläger hat man dann natürlich weniger Power und eine entsprechend bessere Kontrolle.

Wie Ihr an meinem Schläger nun feststellt, spiele ich einen sehr Grifflastigen Schläger. Dies liegt nicht daran, weil ich die Power selbst gut machen kann, sondern mit Kopflastigen Schlägern Armprobleme bekomme.

Habt Ihr keine Armprobleme muss man auch wieder für sich entscheiden, was man möchte.

  • Viel Power ohne etwas dafür tun zu müssen = Kopflastiger Schläger
  • Wenig Power, dafür mehr Kontrolle und Armschonung = grifflastiger Schläger

Das Besaitungsbild

Die Besaitungsbilder gehen bei aktuellen Schlägern von: 16×17 bis 18×20.

Besaitungsbild bedeutet, wie viel Längs und Quersaiten ein Schläger hat.

Um einen guten Vergleich vom Saitenbild zu haben vergleiche ich mal meinen YouTek IG Speed MP 315.

Hier gibt es ein Saitenbild 16×18 und ein 18×20 – der Kopf, Gewicht, usw. ist identisch.

Der Unterschied ist einfach.

Ein offenes Saitenbild (weniger Längs und Quersaiten) bedeutet größerer Abstand zwischen den Saiten, was zur Folge hat, dass der Ball mehr von der Saite gegriffen wird. Die Saite unterstützt somit besonders bei Schlägen mit Spin, ob beim Aufschlag, Topspin oder Slice.

Ein enges Saitenbild (mehr Längs und Quersaiten) bedeutet kleinerer Abstand zwischen den Saiten, was zur Folge hat, dass der Ball weniger in der Saite greift, somit zwar weniger Spin bei den Schlägen entsteht, dafür aber mehr Kontrolle und Armschonung.

Das Saitenbild lässt sich natürlich nur bei Schlägern, die auch die gleiche Kopfgröße haben vergleichen. Ich übertreibe jetzt einmal.

Habt Ihr einen Kopf mit 580 und ein Saitenbild von 16×18 und vergleicht diesen mit einem Kopf von 690 mit 18×20, dann hat dieser Schläger zwar mehr Längs und Quersaiten, aber natürlich auch bei einer weitaus größeren Trefferfläche. Somit ist das Saitenbild beim kleinen Schläger natürlich enger, also beim großen Schläger.

Fazit

Überlegt also wie Ihr spielt, was Euch wichtig ist.

Power selbst machen + Kontrolle = schwerer Schläger < Gefahr von Armproblemen

Schläger macht die Power + weniger Kontrolle = leichterer Schläger 

 

präzise Schläge, kein Verzeihen von Fehlern = schwerer Schläger < Gefahr von Armproblemen

kleinere Streuung, verzeiht Fehler = leichter Schläger

 

Spinunterstützend = im Verhältnis zum Schlägerkopf ein weites Saitenbild

Armschonend + Kontrolle = ein enges Saitenbild

 

Schläger macht die Power, weniger Kontrolle = Kopflastiger Schläger (Balancepunkt weit oben)

Du machst die Power, mehr Kontrolle = grifflaster Schläger (Balancepunkt weit unten)

 

Wenn Du Dir nun bei allem darüber im klaren bist, was Du möchtest, findest Du einige Testschläger, die Du bestellen und testen kannst!

Du kannst bei Zweifel ja auch den gleichen Schläger mit 2 Besaitungsbildern bestellen, oder einen Schläger mit gleicher Kopfgröße als Grifflastigen und Kopflastigen Schläger bestellen. So siehst Du gleich, was für Dich in Frage kommt.

Wie wählt man den richtigen Schläger ?

Meine persönliche Empfehlung ist, testet so viel Schläger wie Ihr möchtet, aber testet wie der Namen schon sagt den Schläger und NICHT die Saite!

Was ich damit sagen möchte ist, dass man leider in fast jedem Fachgeschäft Testschläger bekommen kann, aber diese mit völlig unterschiedlichen Saiten besaitet sind.

Dazu meist noch mit verschiedenen Saitenstärken, Bespannungshärten.

Wie soll man also hier einen Überblick über einen Schläger bekommen, wenn durch die Saite das Testergebnis total verfälscht wird?!

Früher habe ich den gleichen Fehler gemacht – ich habe einen Schläger getestet, gekauft und war verwundert, warum ich dann nicht mehr so gespielt habe, wie beim Test. Aus heutiger Sicht ist es mir klar – es war eine komplett andere Saite drauf…

Ein Gedanke zu „Der Tennisschläger

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